Geschichte Breitscheid
Die südlich von Selbeck liegende Landgemeinschaft Breitscheid gehörte seit dem Bau der St. Theresia - Kirche im Jahre 1892 zu dieser Pfarrgemeinde. Da ist es zu verstehen dass die katholischen Bürger miteinander engeren Kontakt aufnahmen. Das zeigte sich auch bei der Gründung der St. - Sebastianus - Bruderschaft im Jahre 1901. Bis heute gibt es Selbecker und Breitscheider Schützen, die gemeinsam in der Bruderschaft zusammenstehen und ihre Feste feiern.
Breitscheid war damals eine rein ländliche Gemeinde mit deutlichen Merkmalen des niederbergischen Landes. Ihre sauberen, schwarzweißen Fachwerkhäuser waren weithin sichtbar. Eine bemerkenswerte Kostbarkeit birgt Breitscheid im Schloss Linnep der Grafen von Spee und dort, wo die Gemeinde an die Ruhr grenzt, liegt – noch auf Breitscheider Boden – das Schloss Landsberg der Familie Thyssen. Die Waldgemeinde Breitscheid ist die heute noch ein Anziehungspunkt für Menschen, die gerne in der freien Natur wandern wollen. Kleinere und größere Gast-Häuser laden zur Einkehr ein.
Die Bevölkerung war damals meist in der Landwirtschaft tätig. Andere Arbeitsplätze gab es nur außerhalb des Ortes. In den dreißiger Jahren wurde die Autobahn gebaut, die das Dorf verkehrsmäßig weithin öffnete. In der Folge entstanden nach den schon früher vorhandenen Handwerksbetrieben Gewerbeunternehmen, so die Ziegeleien van Eyk und Nelskamp. Der wirtschaftliche Aufschwung in den fünfziger Jahren machte sich allenthalben auch hier bemerkbar. Es entstanden Wohnsiedlungen (Flurstraße – Ehrkamper Bruch – Mintarder Berg – An der Dellen), die den früheren Dorfcharakter als Streusiedlung stark veränderten. Hinzu kam noch eine neue Schule mit Turnhalle und Sportplätzen und endlich eine katholische Kirche (St. Christopherus), wenn auch zunächst als Holzbau. In unmittelbarer Nähe wird zurzeit eine größere moderne Kirche gebaut, die im Rohbau schon fertig ist. Ihr Name deutet schon darauf hin, dass sie auch als Autobahn-Kirche bezeichnet werden soll. Mit dem immer weiter steigenden Bevölkerungszuwachs entwickelten sich nach und nach die verschiedensten Freizeitzentren, sowohl für die Einwohner wie auch besonders für den Fremdenverkehr. In diesem Sinne sind zu nennen Minidom, Autokino, Reitstall, Sportverein mit Fußball- und Tennisabteilung.
Fest geplant ist für die Zukunft das Freizeitzentrum „Alpamare“. Die Jodquellen AG Bad Tölz will hier ein Zentrum mit Spiel- und Sportmöglichkeiten sowie medizinische Bäder in jodhaltigem Wasser bauen.
Seit dem 1.1.1975 gehört die Waldgemeinde Breitscheid zur Stadt Ratingen.